CBD vs. THC: Unterschiede, Wirkung und medizinische Anwendung
Was unterscheidet CBD von THC? Wir erklären die beiden wichtigsten Cannabinoide, ihre Wirkungen und wann welches zum Einsatz kommt.

Cannabis enthält über 100 verschiedene Cannabinoide, doch zwei stehen im Mittelpunkt der medizinischen Forschung: THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Beide interagieren mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Wirkung.
THC — das psychoaktive Cannabinoid
THC ist der Wirkstoff, der für die berauschende Wirkung von Cannabis verantwortlich ist. In der Medizin wird es gezielt eingesetzt:
- Schmerzlinderung — besonders bei chronischen und neuropathischen Schmerzen
- Appetitanregung — bei Kachexie und Appetitlosigkeit
- Antiemetische Wirkung — gegen Übelkeit bei Chemotherapie
- Muskelrelaxation — bei Spastizität
Nebenwirkungen
Mögliche Nebenwirkungen von THC umfassen Schwindel, Mundtrockenheit, veränderte Wahrnehmung und gelegentlich Angstgefühle. Die Dosierung wird daher langsam gesteigert.
CBD — das nicht-psychoaktive Cannabinoid
CBD löst keinen Rausch aus und hat ein günstiges Nebenwirkungsprofil. In der Forschung werden folgende mögliche Anwendungen untersucht:
- Epilepsie — insbesondere bei therapieresistenten Formen (Epidyolex ist in der Schweiz zugelassen)
- Angststörungen — vorläufige Hinweise auf eine anxiolytische Wirkung
- Entzündungen — entzündungshemmende Eigenschaften in präklinischen Studien
- Schlafstörungen — möglicherweise über Angstreduktion, nicht primär sedierend
Kombination von THC und CBD
Viele Patientinnen und Patienten profitieren von einer Kombination beider Wirkstoffe. CBD kann als negativer allosterischer Modulator von CB1 die THC-Nebenwirkungen wie Angst oder Paranoia abschwächen. Darüber hinaus beschreibt der sogenannte Entourage-Effekt die synergistische Wirkung aller Pflanzeninhaltsstoffe (Cannabinoide und Terpene) zusammen.
| Eigenschaft | THC | CBD |
|---|---|---|
| Psychoaktiv | Ja | Nein |
| Rezeptpflichtig (CH) | Ja | Nein (unter 1% THC) |
| Schmerzlinderung | Stark | Nicht ausreichend belegt |
| Anxiolytisch | Teilweise | Ja |
| Appetitanregend | Ja | Nein |
Welches Cannabinoid ist das richtige?
Die Wahl hängt von der Indikation ab. Ihr Arzt wird im Rahmen der Konsultation das passende Präparat empfehlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu erfahren, ob eine cannabisbasierte Therapie für Sie in Frage kommt.
Quellen
- Russo EB (2011): Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–64. DOI: 10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x
- Devinsky O et al. (2017): Trial of Cannabidiol for Drug-Resistant Seizures in the Dravet Syndrome. New England Journal of Medicine, 376(21), 2011–20. DOI: 10.1056/NEJMoa1611618
- Whiting PF et al. (2015): Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA, 313(24), 2456–73. DOI: 10.1001/jama.2015.6358
- Shannon S et al. (2019): Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series. The Permanente Journal, 23, 18-041. DOI: 10.7812/TPP/18-041
- Millar SA et al. (2019): A systematic review of cannabidiol dosing in clinical populations. British Journal of Clinical Pharmacology, 85(9), 1888–1900. DOI: 10.1111/bcp.14038
Dieser Artikel dient ausschliesslich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Cannabis-Arzneimittel sind in der Schweiz verschreibungspflichtig.